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    Seid nicht halsstarrig, sondern gebt eure Hand dem HERRN und kommt zu seinem Heiligtum. - 2.Chronik 30,8

    Der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. - Lukas 14,23

Bibellese

Wort zum Tag - 2. Chronik 30,8
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Anstoß - Lukas 14,23
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Teenager denken anders

In diesem Monat beginnt das neue Schuljahr. Dadurch erhalten Schule und Schüler vorübergehend wieder mehr Aufmerksamkeit. In den Zeitungen wird davon berichtet, und so manche Mutter stellt sich vielleicht auch ganz neue Fragen zur Erziehung. Vor allem wenn ihre Kinder gerade in der Pubertät stehen und der 16-jährige Sohn oder die Tochter eines Tages mit grünen Haaren oder einem Nasenring nach Hause kommen. Wenn Sohn oder Tochter dann auch noch die Meinung vertreten, dass ihr Aussehen ausschließlich ihre Angelegenheit sei und die Eltern nichts angehe, sind Spannungen vorprogrammiert. Wie aber sollen sich Eltern in solch einer Situation verhalten? Was sollen sie tolerieren? Was nicht?

Eltern wollen verhindern, dass ihre Kinder in die Katastrophe laufen und Chancen für ihr späteres Leben schon frühzeitig ruinieren. Leider ist es jedoch so, dass der Widerstand der Jugendlichen in der Regel umso mehr wächst, je mehr Eltern verbieten und bestrafen. Mit Gewalt sind Jugendliche nur sehr selten von einer Meinung abzubringen.

Viele Probleme in der Beziehung zu Teenagern entstehen vor allem dann, wenn sie das Gefühl haben, dass ihnen niemand richtig zuhört. Das kann auch darauf zurückzuführen sein, dass Teenager oftmals den unmöglichsten Zeitpunkt wählen für ein Gespräch. In einer solchen Situation ist es gut, wenn Eltern klar sagen: „Ich möchte dir gerne zuhören. Aber im Moment kann ich nicht." Dann sollten sie am besten gleich einen Vorschlag machen, wann ein solches Gespräch nachgeholt werden kann.

Generell sollten Eltern immer auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kinder achten und auf ihre Charaktere eingehen. Das ist gerade in der Phase der Pubertät sehr wichtig. Die Zeit der Pubertät ist in der Regel ein heftiger und schmerzvoller Prozess, in dem der junge Mensch darum kämpft, seine eigene Identität zu finden, seine eigene Meinung auszubilden und sie zu vertreten.

In dieser Zeit schwanken seine Gefühle von Ausgelassenheit bis hin zu tiefster Mutlosigkeit, oft kann sich diese Periode auch in Depressionen äußern. Denn einerseits möchte der Jugendliche gerne noch ein Kind sein, andererseits will und muss er erwachsen werden. Das bringt nicht selten das Gefühl mit sich, zwischen allen Stühlen zu sitzen. Somit ist die Pubertät eine Art psychischer Krise, die zu den größten Entwicklungskrisen im Leben eines Menschen zählt.

Das müssen Eltern und Lehrer bedenken, wenn Teenager wieder einmal erbitterte Kämpfe mit ihnen ausfechten. Denn viel zu oft reagieren vor allem Eltern noch immer mit Unverständnis, wenn ein Sohn plötzlich abweisend und provozierend auftritt und mehr Rücksicht auf seine Freunde nimmt als auf die eigene Familie. Mädchen hingegen wenden Aggressionen oft auch gegen sich selbst, weinen viel und trauen sich selbst nichts zu. Manchmal können sie Stunden vor dem Spiegel verbringen und sich bejammern, wie hässlich und unmöglich sie sind. Andere wiederum ziehen sich einfach zurück und liegen tagelang im Bett.

Besonders schlimm wird all das, wenn Eltern sich gerade in dieser Phase der Entwicklung ihrer Kinder scheiden lassen. Trotzdem nimmt die Zahl dieser Scheidungswaisen, wie wir wissen, noch immer weiter zu.

Für die betroffenen Teenager ist die Scheidung ihrer Eltern ein schwerer Schlag. Viele verlieren geradezu den Boden unter den Füßen, weil die heile Welt ihrer Kindheit mit einem Mal zusammenfällt. Hinzu kommt, dass den Jugendlichen gerade in einer Zeit, in der sie beginnen, von der großen Liebe zu träumen, in der eigenen Familie die Vorbilder für eine stabile Partnerbeziehung abhanden kommen. Scheidungswaisen entschließen sich nicht nur schwerer zu einer Heirat, sondern lassen sich auch selbst öfter wieder scheiden.

Dieser Trend hin zu immer mehr Scheidungen wird natürlich verstärkt durch die vielen Fernsehfilme und Berichte der Regenbogenpresse, in denen es vielfach nur noch um Ehebruch und Scheidungen geht. Wer diese Entwicklung aufhalten will, kann das realistischerweise nur durch eine völlig neue Einstellung zu den tragenden Werten in unserem Leben. In diesem Zusammenhang wird einmal mehr deutlich, wie wichtig und wertvoll ein lebendiges Christsein ist. Gerade in unserer Zeit geht es darum, dass wir in den christlichen Werten wieder das Modell der Zukunft erkennen. Solange wir selbst nämlich nach dem Motto leben: „Genieße den Tag" und „Probier alles aus", können wir auch von Jugendlichen nicht erwarten, dass sie sich nicht auch diesem Lebensmotto anschließen und dabei zu Grunde gehen.

Oft beginnt das schon mit dem Hören von zu lauter Musik. Dauerlärm bedeutet Dauerstress für den Körper. Der Mensch gerät in eine ständige Alarmbereitschaft. Hoher Blutdruck, Gefäßverkalkung und ein erhöhtes Infarktrisiko sind die Folgen. Die Ausschüttung von Stresshormonen führt außerdem zu Magenbeschwerden und wirkt sich auf den Schlaf aus.

„Wenn die Bässe den Körper vibrieren lassen, ist das ein Wahnsinnsgefühl", sagt ein Jugendlicher zu seinem Arzt. Körperlich fühlt er sich gut, aber in seinem Ohr ist die Hölle los.

„Das Ohr rächt sich inzwischen immer öfter mit einem Klingeln im Kopf, das nicht mehr verschwindet", berichtet der Arzt und umschreibt damit eine Krankheit, die wir als „Tinnitus" kennen. Untersuchungen haben ergeben, dass bereits ein Viertel der jungen Leute im wahrsten Sinne des Wortes „schlecht hört". Das allerdings verwundert nicht, wenn wir bedenken, dass der Geräuschpegel unserer Umwelt kontinuierlich steigt, insbesondere bei elektronisch erzeugter Musik.

Als „Gift für die kindliche Seele" bezeichnet die amerikanische Autorin Marie Winn in ihrem Buch „Die Droge im Wohnzimmer" den Fernsehkonsum. Seit Jahrzehnten warnen Experten nun schon vor den Folgen des heutigen Fernsehkonsums. Bei Kindern im Teenageralter – aber auch generell – ist die Gefahr besonders groß. Sie verlieren am schnellsten die Fähigkeit, zwischen Tod im Fernsehen und Tod im Leben zu unterscheiden. Für sie flimmern die Helden als Vorbilder nicht nur auf dem Bildschirm, sondern weiter ins Herz und ins Hirn. Dadurch wird ihr Bewusstsein schon sehr früh nachhaltig von den Bildern dieser Traumwelten geprägt – vor allem dann, wenn die wirkliche Welt kein brauchbares Gegenangebot für sie bereithält.

In Deutschland sind die Zahlen der Kinder- und Jugendkriminalität in den letzten Jahrzehnten im Schnitt um 80 Prozent gestiegen, in Bayern um mehr als 100 Prozent und in den östlichen Bundesländern sogar um mehr als 150 Prozent. Damit ist jeder dritte Straftäter in Deutschland inzwischen schon jünger als 21 Jahre.

Gewalt ist durch die Medien zum Konsumartikel geworden. Beispiele für ein schärferes Vorgehen gegen Gewalt im Fernsehen gibt es nur in wenigen Ländern – zum Beispiel in Norwegen, wo eine Serie abgesetzt wurde, nachdem ein fünfjähriges Mädchen von ihren Spielkameraden „wie im Film" erschlagen worden war.

Wer die christliche Wahrheit kennt und sein Leben danach ausrichtet, der hat dadurch den Zugang zu den wesentlichen Werten im Leben. Er lernt zu unterscheiden zwischen gut und böse, richtig und falsch und kennt die Kriterien dafür. In einer christlich geprägten Familie lernt ein Mensch diese Werte von klein auf. Wo aber diese christliche Erziehung nicht mehr gegeben ist, werden die Folgen nicht nur bei dem einzelnen Kind, sondern auch in der Gesellschaft sichtbar.

Das zeigen auch die Erfahrungen vieler Lehrer in den Schulen, die oftmals mit Kindern konfrontiert sind, denen solche Grundwerte schlicht und einfach fremd sind, weil sie ihnen nie vermittelt wurden. Dass unser derzeitiges Schulsystem hier absolut überfordert ist, versteht sich von selbst.

Wie eine Studie der American Psychological Association zeigt, vermag der christliche Glaube gerade Teenagern ein höheres Selbstwertgefühl zu vermitteln, das ihnen in dieser schwierigen Phase ihres Lebens entscheidend dazu helfen kann, dass sie ihren eigenen Wert kennen und mit sich zufriedener sind.

Ein besonderes Beispiel dazu sind die Teenager der Tarkio Academy, einem Internat für schwer erziehbare Jugendliche, die fast alle aus sehr schwierigen Familien- bzw. Lebensverhältnissen kommen, wo sehr oft Drogen, Kriminalität und Gewalt mit im Spiel waren.

Wie Van Mason, der Leiter dieser Arbeit erzählt, hat der Glaube besonders positive Auswirkungen auf diese Jugendlichen. Einer der Studenten bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Mein Leben ist radikal anders geworden. Ich kam hierher mit Drogen und einem sehr geringen Selbstwertgefühl. Ich konnte kaum mit anderen reden. Durch den Glauben hat Gott mich freigemacht und sich mir offenbart."

„Wenn diese jungen Leute Jesus Christus zum ersten Mal begegnen, weinen sie einfach und sind begeistert," erzählt Van Mason. „Sie haben nicht gewusst, dass jemand sie liebt, schon gar nicht konnten sie sich vorstellen, dass Gott sie liebt."

Wiederum zeigt sich, wie heilend sich der Glaube auf einen Menschen auswirken kann. Wer also in einer christlichen Familie aufwächst, die ihren Glauben ernst nimmt und die Aussagen der Bibel auch tatsächlich kennt, der kommt dadurch schon als Kind in den Genuss dieser heilenden Kraft und wird in den Krisen seines Lebens immer wieder davon profitieren.

In solche Krisen geraten wir in unserem Leben immer dann, wenn wir unseren Wert und unsere Besonderheit - das, was uns auszeichnet und einzigartig macht - nicht mehr erkennen. Das kann vor allem in der Mitte unseres Lebens der Fall sein, in der sogenannten „Midlife-Krise". Es passiert aber auch schon viel früher, nämlich in der Zeit der Pubertät.

Weil jeder Mensch bereits als Kind wissen möchte, wer er nun wirklich ist und wo seine Begabungen liegen, braucht er seine Eltern, die ihm helfen, ihn ermutigen und so lieben, wie er ist. Leider sehen viele Erwachsene oft nur, dass ein Teenager nicht mehr alles so tut, wie es die Erwachsenen von ihm erwarten.

Doch die Frage nach dem eigenen Wert und der eigenen Identität sind gerade in dieser Phase des Lebens von allergrößter Bedeutung. Ein Teenager ist darauf angewiesen, dass seine Eltern wie auch andere Erwachsene ihm erklären und immer wieder beteuern, wie erstaunlich und ausgezeichnet er von Gott geschaffen ist und dass Gott einen guten Weg für ihn hat.

Teenager sind in unserer Zeit täglich sehr starken negativen Einflüssen ausgesetzt. Sie brauchen von ihren Eltern echte Zuwendung und bedingungslose Liebe als Orientierungshilfe auf dem schwierigen Weg der Ablösung.

Viele Eltern erkennen dieses Bedürfnis nicht. Dabei ist zu beachten, dass ein Teenager diese Bedürfnisse sehr oft nicht auf dem direkten Weg mitteilt. Eher sendet er durch seine „Igel"- oder „Kaktus"-Haltung Signale aus wie: „Lasst mich in Ruhe. Ich will mit euch nichts zu tun haben. Ihr geht mir auf die Nerven!"

Gerade das aber kann bedeuten: „Ich fühle mich mies. Ich komme selbst mit mir nicht zurecht. Nehmt mich wahr und helft mir!"

Alle diese Beobachtungen sollten Eltern kennen und beachten. Letztlich jedoch muss jeder Mensch durch seine eigenen Krisen hindurch - und hier wiederum zählt, was er als Potential und als Hilfen aus der Erziehung in seinem Leben bisher mitbekommen hat. Deshalb ist eine christliche Erziehung nach wie vor das beste Kapital, das wir unseren Kindern mit auf ihren Lebensweg geben können.